Auf dem großen Teich in Allmannshausen führte die Feuerwehr eine Übung zur Eisrettung durch. Angenommenes Szenario war eine Person, die in eine zugefrorene Wasserfläche eingebrochen ist.
Ziel der Ausbildung war es, verschiedene Rettungstechniken zu trainieren, die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte zu stärken sowie die besonderen Gefahren und Anforderungen eines Eisrettungseinsatzes zu verdeutlichen.
Als Übungsperson stellte sich dankenswerterweise Florian Hang, Feuerwehrmann und begeisterter Taucher, zur Verfügung. Zur Vorbereitung wurde zuvor mit einer Motorsäge ein dreieckiges Loch in die etwa zehn Zentimeter dicke Eisschicht geschnitten. Diese Form wurde aufgrund der besseren Kantenstabilität gewählt.



Im Rahmen der Übung kam unter anderem ein spezieller Überlebensanzug zum Einsatz. Mit diesem Anzug wäre es möglich, bis zu sechs Stunden im Eiswasser auszuharren – für ungeschützte Personen zählt hingegen jede Sekunde. Nachdem Florian wie geplant ins Eis eingebrochen war, machte er lautstark auf seine Notlage aufmerksam. Anschließend wurde die Rettung zügig unter Einsatz verschiedener Hilfsmittel durchgeführt.
Zum Einsatz kamen unter anderem Leitern, Rettungsschlaufe, Rettungsring, Spineboard, Schleifkorbtrage sowie zahlreiche Sicherungsleinen.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den notwendigen Absicherungsmaßnahmen zum Schutz der eingesetzten Kameradinnen und Kameraden. Dazu gehörten unter anderem das Arbeiten mit Rettungsleinen, die richtige Verteilung des Gewichts auf der Eisfläche sowie eine klare Kommunikation innerhalb der Trupps. Feuerwehrmann Jan war mit einem Überlebensanzug ausgestattet. Zwei Leitern wurden auf das Eis gelegt, auf denen sich die Retter abwechselnd in liegender Position nach vorne bewegten, um ein Einbrechen ins Eis zu vermeiden. Zusätzlich wurde eine Schleifkorbtrage mitgeführt.
Mit großer Anstrengung erreichten die Einsatzkräfte den Verunfallten. Jan begab sich ebenfalls ins Wasser, gemeinsam wurde die Übungsperson auf die Trage gehoben und auf das Eis geschoben. Unterstützt wurde die Rettung durch mehrere Sicherungsleinen, die vom Ufer aus durch weitere Kameraden bedient wurden. Anschließend wurde die Schleifkorbtrage mithilfe eines Seils bis ans Ufer gezogen.
Eisflächen sind niemals zu unterschätzen.
Kommandant Richard Fischer zeigte sich mit dem Verlauf der Übung sehr zufrieden:
„Wir konnten unsere Gerätschaften unter realistischen Bedingungen einsetzen und verschiedene Rettungsszenarien erfolgreich erproben. Die Übung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig regelmäßige Ausbildung in diesem anspruchsvollen Einsatzbereich ist. Alle Teilnehmer konnten wertvolle Erfahrungen sammeln und ihre Kenntnisse für den Ernstfall vertiefen.“