Die Freiwillige Feuerwehr Allmannshausen wurde im Jahr 1874 gegründet und ist seitdem ein Teil des öffentlichen Lebens in der Gemeinde Berg.
In den Anfangsjahren standen vor allem einfache Löschausrüstung, viel Handarbeit und Nachbarschaftshilfe im Vordergrund. Mit den Jahrzehnten haben sich Aufgaben, Technik und Strukturen nach und nach verändert – von den ersten Handpumpen über motorisierte Fahrzeuge bis hin zum heutigen Einsatzdienst.
Viele Entwicklungen spiegeln sich auch in unserer eigenen Geschichte wider: neue Geräte, Umbauten am Feuerwehrhaus, Veränderungen im Einsatzspektrum, die Einführung der Jugendfeuerwehr oder größere Einsätze im Ort und der Umgebung.
In der folgenden Zeitleiste haben wir wichtige Stationen und Ereignisse von der Gründung bis heute festgehalten.
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts lag der Brandschutz in Allmannshausen – wie in vielen bayerischen Gemeinden – in der Verantwortung des jeweiligen Hofmarksherrn. Für die Hofmark Allmannshausen und Biberkor war dies bis zur Aufhebung der Hofmarken im Jahr 1848 Karl Borromäus Ferdinand Graf von Rambaldi. Grundlage bildete eine Allgemeine Feuerordnung, die die Dorfbewohner im Brandfall zur Hilfe verpflichtete. Eine dauerhaft organisierte Feuerwehr bestand zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Auf zunehmendes Drängen aus München zur Bildung freiwilliger Feuerwehren luden Verantwortliche aus Allmannshausen, Sibichhausen und Assenhausen sowie Vertreter der Schlossherrschaft Allmannshausen am 22. November 1874 zur Gründungsversammlung ein.
Diese fand in der Gastwirtschaft von Jakob Schillinger auf der Rottmannshöhe statt.
Zum 1. Dezember 1874 bestand die neu gegründete Freiwillige Feuerwehr Allmannshausen bereits aus 48 aktiven Mitgliedern. Mit der Gründung begann der organisierte, freiwillige Brandschutz für Dorf und Umgebung.

Unmittelbar nach der Gründung begann die Beschaffung von Ausrüstung. Bereits 1875 gehörte eine Saug- und Druckspritze Typ ABC 2 der Firma Justus Christian Braun aus Nürnberg zum Inventar der Feuerwehr. Diese ersetzte die bis dahin üblichen Eimerketten und verbesserte die Löschmöglichkeiten erheblich.

Im Jahr 1902 erhielt die Feuerwehr eine Leiter, die insbesondere bei Bränden sowie bei Rettungseinsätzen an höheren Gebäuden zum Einsatz kam und damit die Einsatzmöglichkeiten deutlich erweiterte. Die Leiter wurde von der Freiwilligen Feuerwehr Allmannshausen am 2. April 1902 bei der Firma Justus Christian Braun aus Nürnberg beschafft. Sie besitzt eine Steighöhe von 11 Metern und stellte zur damaligen Zeit ein wichtiges Rettungs- und Hilfsmittel dar.
Dieses Gerät ist bis heute als historisches Ausrüstungsstück erhalten. Die Leiter befindet sich weiterhin im Besitz der Feuerwehr und wird regelmäßig bei Oldtimer- und Traditionsveranstaltungen vorgeführt. Im Jahr 2025 wurden die Räder der Leiter instandgesetzt und mit neuen Naben versehen, sodass ihr Erhalt und ihre Vorführfähigkeit auch für die Zukunft gesichert sind.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden der Feuerwehr 1942 zwei Tragkraftspritzen TS 8 zur Verfügung gestellt.
Diese waren jeweils auf einem Tragkraftspritzenanhänger (TSA) mit Pressspanplattenaufbau und eisenbereiften Betonrädern montiert und stammten aus dem Bestand des Luftschutzes. Mindestens eine dieser Pumpen ist bis heute erhalten und restauriert.

Ein bedeutender Meilenstein war das Jahr 1960: In Eigenleistung rüsteten die Feuerwehrkameraden das erste motorisierte Einsatzfahrzeug aus – einen Ford FK 100. Damit begann die Motorisierung der Freiwilligen Feuerwehr Allmannshausen.
Bis in die 1960er Jahre war die Ausrüstung der Feuerwehr auf mehrere Standorte verteilt. Ein Teil lagerte in einer sehr tiefen Garage neben der St.-Valentin-Kirche, weitere Geräte auf umliegenden Höfen und Garagen.
Erst 1966/67 wurde durch die damalige Gemeinde Höhenrain das heutige Feuerwehrgerätehaus errichtet. Bei seiner Fertigstellung galt es als eines der modernsten Feuerwehrhäuser der Gemeinde. Im ersten Stock befand sich ursprünglich eine Wohnung.

Die Feuerwehr Allmannshausen wurde 1968 in den Luftschutzhilfsdienst (LSHD) eingebunden und als Feuerwehr-Schnelltrupp der Stadt München eingestuft.
Zur Verfügung standen:
ein Ford Transit
ein Unimog Tanklöschfahrzeug
Die Besatzung war in dreifacher Stärke vorgesehen. Voraussetzung war, dass die Gemeinde Höhenrain am Standort Allmannshausen ein eigenes Feuerwehrfahrzeug unterhielt.
Aufgrund organisatorischer Veränderungen im LSHD zog die Stadt München den Unimog zurück und löste den Schnelltrupp auf.

1973 wurde ein Bedford-Transporter in Dienst gestellt. Das Fahrzeug wurde aus Eigenmitteln der Feuerwehr, unterstützt durch zahlreiche Bürgerspenden, zu einem Hilfsgeräte- und Mannschaftstransporter ausgebaut.
Der Bund sonderte 1982 den bisherigen Unimog aus. Als Ersatz erhielt die Feuerwehr Allmannshausen ein TLF 16 aus dem Bestand des Katastrophenschutzes des Landkreises Starnberg.
Dies war das erste Tanklöschfahrzeug (Magirus) im Bestand der Feuerwehr.

Nachdem der Bund den Fahrzeugbestand im Landkreis Starnberg erneuert hatte, konnte die Gemeinde das TLF 16 dauerhaft vom Landkreis für die Feuerwehr Allmannshausen erwerben.

Im Jahr 1990 erhielt die Feuerwehr zusätzlich ein LF 16 für den Katastrophenschutz. Im Gegenzug wurde der Bedford-Transporter abgegeben
Aufgrund erneuter organisatorischer Veränderungen im Katastrophenschutz wurden 1997 mehrere Fahrzeuge im Landkreis Starnberg abgezogen, darunter auch das LF 16 TS der Feuerwehr Allmannshausen.
Als Ersatz beschaffte die Gemeinde 1997 ein LF 8/6 auf MAN-Allrad-Fahrgestell mit Ausrüstung zur technischen Hilfeleistung. Dieses Fahrzeug prägte über viele Jahre den Einsatzdienst der Feuerwehr und ist nach wie vor im Einsatz.
Aus eigenen Mitteln ersetzte die Feuerwehr 1998 das TLF 16 durch ein im Versteigerungsweg erworbenes Trocken-Tanklöschfahrzeug (TroTLF) auf Magirus-Fahrgestell, das zuvor (1968–1998) bei der Freiwilligen Feuerwehr Dachau als TroTLF 16 im Dienst stand.
Der Pulverlöschbehälter wurde aus Unterhaltsgründen ausgebaut; anschließend wurde das Fahrzeug als TLF 16/18 eingesetzt. Allmannshausen.

Als Ersatz für den betagten Ford Transit wurde 2007 ein TSF-W auf Mercedes-Benz Vario 816 4×4 beschafft. Das Fahrzeug dient der Brandbekämpfung und der technischen Hilfeleistung und ist bis heute im Einsatz. Nach der Fertigstellung wurde das Fahrzeug bei der Herstellerfirma abgeholt und im Rahmen der Überführung mit einem Zwischenstopp in Berlin nach Allmannshausen gebracht.

Im Zuge von Sanierungsarbeiten 2010 wurde die frühere Wohnung im Feuerwehrhaus aufgegeben. Stattdessen entstanden Schulungsraum, Küche und Büro.
2011 wurde zusätzlich eine gemeindeeigene Photovoltaikanlage auf dem Dach installiert.

Getreu dem Leitspruch
„Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“
feierte die Feuerwehr am 23. Juni 2024 ihr 150-jähriges Bestehen mit Kirchenzug, Festgottesdienst, Festzug und Jubiläumsfeier – ein würdiger Rückblick auf eineinhalb Jahrhunderte ehrenamtlichen Dienstes.